Die beste Maßnahme gegen Medienmissbrauch ist das Erlernen von Medienkompetenz.

Auf dem Weg in die multimediale Zukunft Schlagworte wie Datenautobahn, Hypermedia, Virtual Reality, Interaktives Fernsehen oder Internet bestimmen die Diskussion um die gesellschaftliche Entwicklung.
In wenigen Jahren wird es technisch möglich sein, über Satellit und Glasfaserkabel
hunderte von Fernsehprogrammen und über tausend Hörfunkprogramme zu empfangen.

Welche Gefahren drohen angesichts dieser Entwicklung?

  1. Es ist zu befürchten, dass viele Menschen von dieser Medienflut überrollt werden.
  2. Die Flucht in virtuelle Welten kann zunehmen (Realitätsflucht).
  3. Die Nutzung der neuen Medienangebote und die dazu nötig Geräteausstattung ist teuer.

Dadurch kann sich die Wissenskluft zwischen sozial höheren und niedrigeren Schichten weiter vergrößern.

Was kann die Medienpädagogik gegen diese Gefahren tun?

Medienpädagogen warnen vor einer unkontrollierten Entwicklung im Medienbereich. Dies reicht aber nicht aus. Angesichts der Überflutung unserer Gesellschaft mit neuen Kommunikationstechnologien, seien sie multimedial, interaktiv oder digital, ist es wichtig, den Umgang mit Medien zu erlernen. Video und Computer gehören heute zum Freizeit- und Arbeitsalltag der Menschen.
Leider erfolgt aber trotz der großen technischen Verbreitung dieser Geräte bisher keine systematische Schulung in Sehen und Gestalten.
Das Gesehene muss genauso wie das Gelesene „dekodiert“ und in bestehende Zusammenhänge eingeordnet werden.

Struktur, Gestaltungsformen und Wirkungsweisen der Medien müssen hinterfragt und für die Nutzer durchschaubar gemacht werden. „Das größte Defizit der Medienpädagogik ist das Fehlen von medienpädagogischen Einrichtungen die, aufeinander abgestimmt, medienerzieherische Breitenarbeit ermöglichen und gewährleisten“ (Prof. Ben Bachmair, Gesamthochschule Kassel).

Deshalb ist es notwendig, eine medienpädagogische Infrastruktur aufzubauen, die den Menschen hilft, den Herausforderungen der Multimediagesellschaft gewachsen zu sein und die neuen Medien.

Schulische Medienarbeit (Medienerziehung)

Medienerziehung ist als fächerübergreifendes Unterrichtsprinzip in den Unterrichtsplänen aller Schularten vorgeschrieben. Die Medienwerkstatt betreut seit 1982 Videoarbeitsgemeinschaften und Medienprojekte an Schulen.
Sie gibt Schülern die Möglichkeit, AV-Medien selbst produktiv zu gestalten und so Produktions- und Wirkungsweisen kennen zu lernen. Aufgrund der langjährigen Erfahrung im Bereich Medienerziehung ist sie auch geeignet, neue Lehr- und Lerntechniken mit AV-Medien und Multimedia im Unterricht zu erproben und die Aus- und Fortbildung für Lehrer anzubieten.

Außerschulische Medienarbeit mit Jugendlichen.

Als Reaktion auf den starken Konsum von Fernsehen und Video wird Kindern und Jugendlichen ein spielerischer und kreativer Umgang mit Video und Audio gezeigt und ein frequentives pädagogisch wertvolles Freizeitangebot im Stadtbezirk angeboten, was durch Freizeiten und Workshops vertieft wird. Dies fördert die Multiplikatorenfortbildung in den Bereichen Sozialpädagogik und Freizeitpädagogik.
Den Jugendlichen steht durch den gewählten Jugendbeirat ein Sprachrohr zum Vorstand zur Verfügung.

Medienarbeit mit Erwachsenen

Erwachsene, die Interesse an der kreativen Arbeit mit AV-Medien haben, können eigenständig Produktionen herstellen. Sei es nun im „Hobbyfilmer- Club“ oder nach entsprechenden Einführungen
auch selbständige Produktionen.
Die Medienwerkstatt kann hier ohne Abhängigkeit zu Herstellern oder technischen Systemen beratend zur Seite stehen.
Passiv Konsumieren kann jeder – aktiv Mitgestalten erst recht!

Resümee

Die Medienwerkstatt strebt neben der Zusammenarbeit im Dreieck Schule <-> MSN <-> Jugendhaus auch die stadtteilbezogene Einbindung interessierter Bürger an.